Wallbox lädt langsamer als erwartet: Warum 11 kW nicht immer 11 kW bedeuten
Die Wallbox ist montiert, das Elektroauto steht in der Einfahrt und der Ladevorgang startet ohne Fehlermeldung. Trotzdem zeigt das Fahrzeug deutlich weniger Ladeleistung als erwartet.
Auf der Wallbox steht 11 kW. Warum lädt das Auto dann beispielsweise nur mit einem Teil davon?
Der erste Verdacht fällt schnell auf den Elektriker oder die Wallbox. In vielen Fällen ist das zu einfach gedacht.
Die tatsächliche Ladeleistung hängt nicht nur von der Ladestation ab. Fahrzeug, Wallbox, vorhandene Elektroinstallation, Einstellungen und eventuell ein Lastmanagement müssen zusammenarbeiten.
Deshalb sollte bei einer Wallbox mit zu niedriger Ladeleistung zunächst geklärt werden, an welcher Stelle die Begrenzung entsteht.
Bedeutet eine 11-kW-Wallbox automatisch, dass das Auto mit 11 kW lädt?
Nein. Die Wallbox kann eine bestimmte Leistung bereitstellen, aber das Fahrzeug muss diese Leistung auch aufnehmen können.
Ein Elektroauto besitzt einen eigenen AC-Lader. Je nach Fahrzeugmodell kann dessen maximale Ladeleistung unterschiedlich sein.
Das führt zu einer typischen Situation: Ein Hausbesitzer kauft eine leistungsfähige Wallbox und erwartet, dass jedes angeschlossene Auto automatisch mit diesem Maximalwert lädt.
Wenn das Fahrzeug selbst weniger unterstützt, kann die Wallbox daran nichts ändern.
Die erste Kontrolle sollte deshalb immer lauten: Welche AC-Ladeleistung unterstützt das konkrete Fahrzeug?
Erst danach lohnt sich die Suche nach einem Fehler auf der Gebäudeseite.
Warum lädt dasselbe Auto nicht immer gleich schnell?
Die Ladeleistung kann sich abhängig von Einstellungen und der restlichen Nutzung im Gebäude verändern.
Ein Haus mit mehreren größeren Verbrauchern kann beispielsweise ein Lastmanagement besitzen. Dieses System sorgt dafür, dass nicht gleichzeitig beliebig viel Leistung für Haus und Elektroauto benötigt wird.
Ein konkretes Beispiel: Abends lädt das Fahrzeug relativ schnell. Am Nachmittag laufen gleichzeitig weitere große Verbraucher im Haus und die Wallbox reduziert ihre Leistung.
Für den Nutzer sieht das nach einem Fehler aus. Tatsächlich kann die Regelung bewusst so eingerichtet worden sein.
Auch Einstellungen im Fahrzeug oder in der Wallbox-App sollten kontrolliert werden. Manche Systeme erlauben eine Begrenzung des Ladestroms.
Darum ist die Frage „Wann lädt sie langsam?“ genauso wichtig wie „Wie langsam lädt sie?“.
Was hat der Zählerschrank mit der Wallbox zu tun?
Eine Wallbox gehört zur festen Elektroinstallation und benötigt eine passende elektrische Infrastruktur.
Deshalb ist der Zählerschrank bereits vor der Installation wichtig.
Es muss geklärt werden, wie die Wallbox abgesichert wird, welcher Leitungsweg zur Garage oder zum Stellplatz notwendig ist und welche Reserven im vorhandenen System bestehen.
Bei einem neueren Einfamilienhaus kann diese Situation relativ übersichtlich sein.
Bei einem älteren Gebäude in Hamburg sieht es häufig anders aus. Der Zählerschrank wurde möglicherweise lange vor dem Thema E-Mobilität geplant. Der Stellplatz liegt weit entfernt und vorhandene Leitungen wurden nie für dauerhaftes Fahrzeugladen vorgesehen.
Genau deshalb behandelt der bestehende HTE-Pillar Wallbox installieren in Hamburg: Was vor der Montage geprüft werden muss zuerst die Elektroinstallation und nicht das Wallbox-Modell.
Warum ist eine Tiefgarage ein anderer Fall als die eigene Garage?
In einem Mehrfamilienhaus liegt der Stellplatz häufig deutlich weiter vom eigenen Wohnungsverteiler entfernt.
Leitungen können durch gemeinschaftlich genutzte Bereiche geführt werden müssen. Zusätzlich stellt sich die Frage, wie mehrere spätere Ladepunkte berücksichtigt werden.
Heute möchte vielleicht nur ein Eigentümer laden. Zwei Jahre später wollen drei weitere Bewohner eine Wallbox.
Wenn jeder Anschluss komplett unabhängig geplant wird, kann das später unnötig kompliziert werden.
Deshalb lohnt sich in Tiefgaragen ein Blick auf die zukünftige Nutzung.
Die Frage lautet nicht nur: „Wie bekommen wir Strom zu Stellplatz 18?“
Sondern auch: „Was passiert, wenn später weitere Stellplätze folgen?“
Kann Photovoltaik dazu führen, dass absichtlich langsamer geladen wird?
Ja. Beim PV-Überschussladen ist maximale Geschwindigkeit nicht immer das eigentliche Ziel.
Ein Hausbesitzer möchte beispielsweise möglichst viel Strom vom eigenen Dach im Fahrzeug nutzen.
Wenn die PV-Anlage gerade nur einen bestimmten Überschuss liefert, kann ein Energiemanagement die Ladeleistung entsprechend anpassen.
Das Auto lädt dann bewusst langsamer.
Für den Nutzer ist deshalb wichtig zu wissen, welcher Betriebsmodus eingestellt ist.
Schnell laden und möglichst viel PV-Strom nutzen sind nicht immer dasselbe Ziel.
Wenn gleichzeitig Zweifel an der Solarleistung bestehen, hilft der HTE-Beitrag PV-Anlage produziert zu wenig Strom bei der ersten Einordnung.
Wann ist eine niedrige Ladeleistung tatsächlich ungewöhnlich?
Besonders interessant ist eine deutliche Veränderung gegenüber dem bisherigen Verhalten.
Wenn das gleiche Auto an der gleichen Wallbox monatelang ähnlich geladen hat und die Leistung plötzlich dauerhaft sinkt, sollte die Ursache eingegrenzt werden.
Was hat sich verändert?
Wurde die Wallbox neu konfiguriert? Wurde ein Energiemanagement eingerichtet? Kam eine Photovoltaikanlage dazu? Wurde ein zweiter Ladepunkt installiert? Gab es Arbeiten am Zählerschrank?
Wenn keine bewusste Änderung bekannt ist, sollte die Installation genauer untersucht werden.
Dabei ist eine dokumentierte Ladehistorie sehr hilfreich.
Welche Daten sollte man vor einem Elektriker-Termin sammeln?
Fotos und Screenshots sparen oft viel Zeit.
Notieren Sie Fahrzeugmodell, Wallbox-Typ und die angezeigte Ladeleistung.
Interessant ist außerdem, ob der Wert immer gleich niedrig ist oder sich während des Ladevorgangs verändert.
Wenn PV oder Stromspeicher vorhanden sind, sollte auch deren Einbindung genannt werden.
Eine gute Fehlerbeschreibung wäre beispielsweise:
„Der Wagen hat an dieser Wallbox bisher regelmäßig mit höherer Leistung geladen. Seit einer Woche liegt der Wert dauerhaft deutlich darunter. Das Verhalten tritt auch nachts auf, wenn im Haus kaum andere Verbraucher laufen.“
Mit einer solchen Beschreibung lässt sich gezielter arbeiten.
Muss bei langsamer Wallbox sofort eine neue Wallbox gekauft werden?
Nein.
Eine neue Wallbox hilft nicht, wenn das Fahrzeug selbst die Leistung begrenzt oder die vorhandene Elektroinstallation die Ursache ist.
Auch eine falsche Einstellung lässt sich durch einen Gerätekauf nicht sinnvoll lösen.
Deshalb sollte zuerst untersucht werden, wo die Begrenzung entsteht.
Erst wenn die Wallbox selbst als Ursache feststeht, wird ein Austausch relevant.
Genau diese Vorgehensweise verhindert unnötige Kosten.
Wallbox in Hamburg mit HTE Elektrotechnik
HTE Elektrotechnik unterstützt bei Planung, Installation und technischer Einbindung von Wallboxen in Hamburg.
Bei einer vorhandenen Wallbox mit unerwartet niedriger Ladeleistung sollte nicht nur die Ladestation betrachtet werden.
Fahrzeug, Einstellungen, Zählerschrank, Leitung, Absicherung und gegebenenfalls Energiemanagement gehören zum Gesamtbild.
So lässt sich feststellen, ob tatsächlich ein elektrischer Fehler vorliegt oder ob das System die Leistung aus einem nachvollziehbaren Grund begrenzt.