Vor einigen Wochen sah die Anlage noch völlig normal aus. An sonnigen Tagen stieg die Ertragskurve morgens gleichmäßig an, mittags kam ordentlich Leistung vom Dach und der Stromspeicher wurde geladen. Jetzt zeigt die App deutlich weniger an.
Viele Hausbesitzer denken in diesem Moment zuerst an kaputte Solarmodule oder einen defekten Wechselrichter. Das ist verständlich, aber häufig zu früh.
Wenn eine PV-Anlage zu wenig Strom produziert, muss zuerst geklärt werden, ob tatsächlich ein technischer Leistungsverlust vorliegt. Wetter, Jahreszeit, Verschattung, Eigenverbrauch und die Anzeige der App können das Bild verändern. Gleichzeitig gibt es natürlich auch echte Störungen, bei denen ein Wechselrichter, eine Verbindung oder ein Teil der Anlage nicht mehr so arbeitet wie vorher.
Der wichtigste Unterschied lautet deshalb: Ist die Anlage generell etwas schwächer als erwartet – oder hat sich ihr Verhalten plötzlich verändert?
Produziert die PV-Anlage wirklich weniger Strom als vorher?
Ein einzelner schlechter Tag reicht nicht aus, um einen Defekt der Photovoltaikanlage festzustellen.
Ein Hausbesitzer in Hamburg schaut beispielsweise an einem hellen Augusttag in seine App und vergleicht den Ertrag mit einem sehr sonnigen Junitag. Optisch war es an beiden Tagen freundlich. Die Solarbedingungen können trotzdem deutlich unterschiedlich gewesen sein.
Aussagekräftiger ist ein Vergleich unter ähnlichen Bedingungen. Wenn die PV-Anlage an mehreren klaren Tagen deutlich hinter ihren früheren Werten zurückbleibt, wird die Sache interessanter.
Auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle. Ein allmählich niedrigerer Ertrag über Wochen kann andere Gründe haben als ein plötzlicher Einbruch von einem Tag auf den nächsten.
Genau deshalb sollte der Eigentümer nicht nur auf den heutigen Wert schauen. Die Ertragskurve der vergangenen Wochen liefert häufig die erste brauchbare Spur.
Was verrät der Verlauf in der Wechselrichter-App?
Der Tagesverlauf ist meist hilfreicher als eine einzelne aktuelle Leistungszahl.
Wenn in der App gerade 2,5 kW angezeigt werden, sagt das allein wenig aus. Viel interessanter ist die Form der Kurve.
Eine Anlage, die morgens normal startet und ab 14 Uhr jeden Tag stark einbricht, zeigt ein anderes Verhalten als eine Anlage, die den ganzen Tag gleichmäßig schwächer läuft.
Auch komplette Unterbrechungen sind auffällig. Wenn die Erzeugung während guter Wetterbedingungen plötzlich auf null fällt und später wieder startet, sollte dieser Zeitraum dokumentiert werden.
Zeigt der Wechselrichter eine Meldung oder einen Fehlercode, sollte dieser fotografiert oder gespeichert werden. Gehäuse und elektrische Komponenten müssen dafür nicht geöffnet werden.
Ein Elektriker kann mit einer konkreten Meldung deutlich mehr anfangen als mit der allgemeinen Aussage: „Die Solaranlage bringt irgendwie nicht mehr genug.“
Kann Verschattung plötzlich zum Problem werden?
Ja. Verschattung kann sich verändern, obwohl an der PV-Anlage selbst nichts verändert wurde.
Ein Baum wächst weiter. Auf dem Nachbargrundstück entsteht ein Anbau. Ein neues Dachfenster, eine Antenne oder ein anderer Aufbau verändert den Schattenwurf.
Gerade wenn die Leistung jeden Tag ungefähr zur gleichen Uhrzeit einbricht, lohnt sich ein Blick auf die Umgebung.
Ein Beispiel: Eine PV-Anlage in einem Einfamilienhaus in Hamburg produziert morgens und mittags normal. Ab dem späten Nachmittag sinkt die Kurve plötzlich deutlich stärker als im Vorjahr. Vor dem Haus steht ein Baum, dessen Krone inzwischen wesentlich größer geworden ist.
Hier wäre ein Austausch des Wechselrichters natürlich die falsche erste Reaktion.
Umgekehrt passt eine Verschattung weniger gut als Erklärung, wenn die gesamte Anlage von morgens bis abends plötzlich nur noch einen Bruchteil der bisherigen Leistung liefert.
Ist Verschmutzung wirklich häufig die Hauptursache?
Leichte Verschmutzung erklärt nicht automatisch einen starken plötzlichen Leistungsverlust.
Pollen, Staub, Blätter oder Vogelkot können den Ertrag beeinflussen. Besonders punktuelle Verschmutzungen können einzelne Bereiche stärker treffen.
Trotzdem sollte man vorsichtig mit schnellen Diagnosen sein. Wenn eine Anlage seit gestern plötzlich deutlich weniger produziert, ist „Die Module müssen gereinigt werden“ nicht automatisch die beste Erklärung.
Vor allem sollte niemand für eine spontane Kontrolle ungesichert auf das Dach steigen. Neben der elektrischen Anlage ist dort bereits die Absturzgefahr ein ernstes Thema.
Der sinnvolle Weg besteht darin, zuerst die Ertragsdaten und sichtbaren Veränderungen vom Boden aus zu betrachten. Danach kann entschieden werden, ob eine technische Kontrolle oder gegebenenfalls eine professionelle Reinigung überhaupt nötig ist.
Was bedeutet es, wenn die PV-Anlage plötzlich gar keinen Strom mehr produziert?
Eine Anlage, die unter guten Bedingungen dauerhaft keine Erzeugung mehr zeigt, sollte genauer kontrolliert werden.
Wichtig ist zunächst die Situation rund um den Ausfall.
Gab es einen Stromausfall im Haus? Wurde am Zählerschrank gearbeitet? Ist kurz zuvor ein Stromspeicher hinzugekommen? Zeigt der Wechselrichter seit einem bestimmten Zeitpunkt eine Meldung?
Ein Eigentümer sollte diese Informationen sammeln und nicht versuchen, den Wechselrichter durch wiederholtes Ein- und Ausschalten „irgendwie wieder zum Laufen“ zu bringen.
Bei elektrischen Komponenten der PV-Anlage gibt es Bereiche, an denen Hausbesitzer nicht selbst arbeiten sollten.
Wenn gleichzeitig andere Auffälligkeiten an der Hausinstallation vorhanden sind, kann außerdem eine allgemeinere Elektroprüfung sinnvoll sein. Der HTE-Beitrag E-Check in Hamburg erklärt, wann sich eine solche Prüfung für Hausbesitzer lohnt.
Erzeugt die Anlage zu wenig – oder wird nur wenig Strom eingespeist?
Diese beiden Werte werden im Alltag häufig verwechselt.
Eine PV-Anlage kann eine gute Leistung liefern und trotzdem wenig Strom ins öffentliche Netz einspeisen.
Das passiert beispielsweise, wenn im Haus gleichzeitig viel Solarstrom direkt verbraucht wird. Zusätzlich kann ein Stromspeicher Energie aufnehmen.
Ein Beispiel: Mittags produziert die Anlage gut. Gleichzeitig laufen Waschmaschine, Geschirrspüler und Homeoffice-Technik. Der Speicher wird ebenfalls geladen. In der App ist nur eine kleine Netzeinspeisung sichtbar.
Wer ausschließlich auf diesen Wert schaut, könnte glauben, die Anlage erzeuge kaum Strom.
Deshalb muss zuerst geklärt werden, welche Zahl angezeigt wird: Erzeugung, Hausverbrauch, Speicherladung oder Einspeisung.
Gerade bei Anlagen mit Speicher ist diese Unterscheidung entscheidend.
Wann ist der Wechselrichter tatsächlich verdächtig?
Der Wechselrichter wird interessanter, wenn er Fehlermeldungen zeigt, regelmäßig aussetzt oder sich das Anlagenverhalten plötzlich deutlich verändert.
Das heißt nicht, dass bei jeder schlechten Ertragskurve automatisch der Wechselrichter kaputt ist.
Ein guter Hinweis wäre beispielsweise: Die Anlage hat über Monate stabil gearbeitet. Seit Dienstag startet der Wechselrichter morgens erst sehr spät oder zeigt wiederholt dieselbe Fehlermeldung.
Solche Beobachtungen sollten notiert werden.
Für die spätere Kontrolle sind Datum, Uhrzeit, Fehlercode und Screenshots wertvoll. Sie ermöglichen eine gezieltere Fehlersuche.
Welche Informationen sollte man vor einer Kontrolle vorbereiten?
Eine gute Fehlerbeschreibung spart Zeit und verhindert unnötige Vermutungen.
Hilfreich sind einige Screenshots der Ertragskurven und die Information, seit wann die Veränderung auffällt.
Außerdem sollte genannt werden, ob sich rund um die Anlage etwas verändert hat: neuer Speicher, Arbeiten am Zählerschrank, Umbau am Dach, neue Verschattung oder ein größerer Stromausfall.
Ein Satz wie „Seit dem 2. August liegt die Tagesproduktion auch bei klarem Wetter deutlich unter den Wochen davor. Im Wechselrichterportal ist kein kompletter Ausfall sichtbar, aber die Leistung bricht nachmittags stark ein.“ ist wesentlich hilfreicher als „Meine Solaranlage funktioniert nicht richtig.“
Photovoltaik in Hamburg mit HTE Elektrotechnik
HTE Elektrotechnik unterstützt Hausbesitzer bei Photovoltaik und Solaranlagen in Hamburg.
Wenn die Anlage auffällig weniger produziert, sollte nicht auf Verdacht ein Modul oder Wechselrichter ersetzt werden. Zuerst wird betrachtet, was die Anlage tatsächlich zeigt und welche Veränderung vorliegt.
Danach lässt sich besser unterscheiden, ob Wetter und Verschattung die Werte erklären oder ob die elektrische Seite genauer untersucht werden muss.
Wer sein Elektroauto ebenfalls mit Solarstrom laden möchte, sollte PV-Anlage und Ladeinfrastruktur zusammen planen. Weitere Grundlagen stehen im HTE-Pillar Wallbox installieren in Hamburg.