In der Wohnung ist plötzlich der Strom weg. Im Sicherungskasten stehen jedoch alle Schalter oben und auch der FI-Schalter sieht normal aus. Genau diese Situation ist für viele Bewohner besonders verwirrend: Wenn keine Sicherung ausgelöst hat, warum funktionieren Licht, Steckdosen und Geräte trotzdem nicht?
Die Ursache muss nicht direkt an einem sichtbaren Sicherungsautomaten liegen. Möglich sind eine Unterbrechung vor dem betroffenen Stromkreis, ein Problem am Hauptschalter, eine lose Verbindung, ein Fehler am Wohnungsanschluss oder eine Störung außerhalb der Wohnung.
Wichtig ist zunächst, den Umfang des Ausfalls einzugrenzen. Ist die komplette Wohnung ohne Strom? Funktionieren nur einzelne Bereiche nicht? Haben Nachbarn und Hausflur weiterhin Licht? Diese Beobachtungen helfen dabei, zwischen Netzstörung, Gebäudeproblem und Fehler innerhalb der Wohnung zu unterscheiden.
Warum ist der Strom weg, obwohl keine Sicherung ausgelöst hat?
Wenn alle Sicherungen eingeschaltet sind, kann die Stromversorgung trotzdem an einer vorgelagerten Stelle unterbrochen sein.
Die kleinen Sicherungsautomaten im Verteiler schützen einzelne Stromkreise. Sie zeigen aber nicht, ob der Strom überhaupt zuverlässig bis zum Sicherungskasten gelangt. Liegt die Unterbrechung davor, können alle Schalter weiterhin eingeschaltet aussehen, obwohl die Wohnung nicht versorgt wird.
Auch eine beschädigte Verbindung innerhalb der Anlage kann einen Bereich abschalten, ohne dass ein Automat sichtbar auslöst. Eine lose Klemmstelle, ein defekter Hauptschalter oder eine Unterbrechung an einer gemeinsamen Zuleitung sind Beispiele dafür.
Das bedeutet nicht, dass Bewohner nun selbst hinter Abdeckungen oder am Stromzähler nachsehen sollten. Solche Bereiche gehören in die Hände eines Elektrobetriebs beziehungsweise der zuständigen Hausverwaltung oder des Netzbetreibers.
Ist nur Ihre Wohnung oder auch das Gebäude betroffen?
Prüfen Sie zuerst, ob Nachbarwohnungen, Hausflur und Außenbeleuchtung weiterhin Strom haben.
Brennt das Licht im Treppenhaus und haben die Nachbarn Strom, liegt der Fehler wahrscheinlich innerhalb Ihrer Wohnung oder am zugehörigen Wohnungsanschluss. Ist dagegen auch das Treppenhaus dunkel und sind mehrere Parteien betroffen, sollte die Hausverwaltung informiert werden.
Sind mehrere Gebäude oder ein ganzer Straßenzug ohne Strom, handelt es sich eher um eine Störung im öffentlichen Netz.
Ein realistischer Fall: In einem Mehrfamilienhaus in Hamburg-Billstedt ist eine Wohnung vollständig ohne Strom. Der Hausflur und die Nachbarwohnungen sind jedoch normal beleuchtet. Hier spricht wenig für einen allgemeinen Stromausfall in Hamburg. Stattdessen sollte der Wohnungsanschluss oder die interne Elektroinstallation untersucht werden.
Können Hauptschalter oder vorgelagerte Sicherungen betroffen sein?
Ja, auch ein Hauptschalter oder eine vorgelagerte Absicherung kann die Versorgung unterbrechen, während die normalen Stromkreissicherungen eingeschaltet bleiben.
Solche Komponenten befinden sich nicht immer im sichtbaren Bereich des Sicherungskastens. Je nach Gebäude können Teile der Absicherung in einem Zählerschrank, Technikraum oder zentralen Verteiler liegen.
Bewohner sollten dort keine Abdeckungen entfernen oder plombierte Bereiche öffnen. Selbst wenn ein Schalter erreichbar aussieht, ist nicht immer erkennbar, welche Anlagenteile noch unter Spannung stehen.
Bei einer Mietwohnung ist das ein Fall für Vermieter oder Hausverwaltung. Diese können klären, ob mehrere Wohnungen betroffen sind und eine eingetragene Elektrofirma beauftragen.
Kann eine lose Verbindung den Strom unterbrechen?
Eine lockere oder beschädigte Verbindung kann dazu führen, dass eine Wohnung oder ein größerer Bereich plötzlich nicht mehr versorgt wird.
Solche Fehler treten nicht immer langsam auf. Eine Verbindung kann lange unauffällig bleiben und dann durch Belastung, Alterung oder frühere Arbeiten ausfallen. Manchmal gibt es vorher Hinweise wie flackerndes Licht, kurzzeitige Unterbrechungen oder Geräte, die sich scheinbar ohne Grund neu starten.
In einer älteren Hamburger Wohnung kann beispielsweise zuerst das Licht gelegentlich flackern. Einige Tage später fällt der Strom in mehreren Räumen komplett aus, obwohl alle Sicherungen eingeschaltet sind. In diesem Fall reicht es nicht, einzelne Geräte zu testen. Die gemeinsame Zuleitung und die Verbindungen müssen gemessen werden.
Eine lockere Verbindung sollte nicht unterschätzt werden. Besonders Wärme, Knistern oder Schmorgeruch am Verteiler, Stromzähler oder an Steckdosen sind Gründe, den Bereich nicht weiter zu benutzen.
Was können Sie selbst kontrollieren?
Sie können den Umfang des Ausfalls kontrollieren, Nachbarn fragen und die sichtbaren Schalter im Sicherungskasten von außen ansehen.
- Funktioniert das Treppenhauslicht?
- Haben Nachbarn Strom?
- Ist die ganze Wohnung oder nur ein Teil ausgefallen?
- Gab es vorher Flackern, Geräusche oder Geruch?
- Trat der Ausfall beim Einschalten eines bestimmten Geräts auf?
Machen Sie bei Bedarf ein Foto vom sichtbaren Sicherungskasten. Das kann Vermieter, Hausverwaltung oder Elektrofirma bei der ersten Einschätzung helfen.
Nicht sinnvoll ist es, Abdeckungen zu entfernen, am Stromzähler zu arbeiten oder Leitungen auf Verdacht zu berühren. Auch das wiederholte Ein- und Ausschalten aller Schalter löst eine unterbrochene Verbindung nicht.
Wer ist in einer Mietwohnung zuständig?
Wenn die feste Elektroinstallation oder der Wohnungsanschluss betroffen ist, sollten Mieter Vermieter oder Hausverwaltung informieren.
Beschreiben Sie möglichst genau, ob die ganze Wohnung oder nur ein Bereich ohne Strom ist. Teilen Sie auch mit, ob Nachbarn und Hausflur weiterhin versorgt werden.
Ist nur ein eigenes Elektrogerät ausgefallen, liegt nicht automatisch ein Problem der Wohnung vor. Ist dagegen die komplette Wohnung dunkel, obwohl alle sichtbaren Sicherungen eingeschaltet sind, sollte die feste Anlage untersucht werden.
Bei Eigentumswohnungen können zusätzlich Teile des Gemeinschaftseigentums betroffen sein. Liegt das Problem beispielsweise in einer zentralen Verteilung, sollte auch die WEG-Verwaltung einbezogen werden.
Wann muss ein Elektriker kommen?
Ein Elektriker sollte kommen, wenn nur Ihre Wohnung betroffen ist, alle sichtbaren Sicherungen eingeschaltet bleiben und der Ausfall nicht auf ein einzelnes Gerät begrenzt werden kann.
Eine fachliche Kontrolle ist ebenfalls nötig, wenn der Strom vorher geflackert hat, mehrere Räume gleichzeitig ausgefallen sind oder sich Wärme, Knistern und Schmorgeruch bemerkbar machen.
Der Elektrobetrieb kann messen, bis zu welcher Stelle Spannung anliegt. Dadurch lässt sich feststellen, ob der Fehler am Wohnungsanschluss, am Hauptschalter, an einer Verbindung, im Sicherungskasten oder in einem einzelnen Stromkreis liegt.
Was sollten Sie bei Geruch, Rauch oder starker Wärme tun?
Bei Rauch, Funken, starkem Schmorgeruch oder ungewöhnlicher Wärme sollten Sie den betroffenen Bereich verlassen und im Brandfall den Notruf wählen.
Versuchen Sie nicht, verschmorte Bauteile anzufassen oder festsitzende Stecker mit Gewalt zu entfernen. Auch ein Verteiler, der von außen warm wirkt oder Geräusche macht, sollte nicht geöffnet werden.
Ein Stromausfall allein ist nicht immer gefährlich. Zusammen mit Wärme, Geräuschen oder sichtbaren Schäden kann er jedoch auf eine ernstere Fehlerstelle hinweisen.
HTE Elektrotechnik: Fehlersuche bei Stromausfall in Hamburg
HTE Elektrotechnik unterstützt Bewohner, Eigentümer, Vermieter und Betriebe, wenn die Stromversorgung innerhalb einer Wohnung oder eines Gebäudes ausfällt.
Bei der Fehlersuche wird kontrolliert, an welcher Stelle die Versorgung unterbrochen ist. Danach lässt sich klar beurteilen, ob eine Verbindung repariert, ein Schalter ersetzt oder ein größerer Teil der Anlage untersucht werden muss.
Dabei wird nicht einfach auf Verdacht ein Sicherungsautomat ausgetauscht. Entscheidend ist, die tatsächliche Fehlerquelle zu finden und den betroffenen Bereich anschließend zuverlässig wieder in Betrieb zu nehmen.
Häufige Fragen
Warum ist die Wohnung ohne Strom, obwohl alle Sicherungen oben sind?
Möglicherweise liegt die Unterbrechung vor den einzelnen Stromkreissicherungen, etwa am Hauptschalter, Wohnungsanschluss oder an einer gemeinsamen Verbindung.
Kann der FI-Schalter defekt sein, obwohl er eingeschaltet aussieht?
Ein Schalter kann mechanisch eingeschaltet wirken, während an anderer Stelle keine Versorgung ankommt. Das lässt sich nur durch eine Messung sicher beurteilen.
Muss ich den Netzbetreiber oder einen Elektriker anrufen?
Sind Straße oder mehrere Häuser betroffen, ist der Netzbetreiber die richtige Stelle. Ist nur Ihre Wohnung betroffen, sollten Vermieter, Hausverwaltung oder eine Elektrofirma kontaktiert werden.
Darf ich den Zählerschrank selbst öffnen?
Nein. Abdeckungen, plombierte Bereiche und elektrische Verbindungen im Zählerschrank sollten nicht von Bewohnern geöffnet oder verändert werden.